PAH Kardiologie

HERZZENTRUM ALTER HOF MÜNCHEN

Dr. med. Franz Goss
Dr. med Gert Eisele
Dr. med. univ. Elisabeth Nelböck-Huber

 

 GP Alter Hof Logos Gesamt DUNKEL 2013 10

Kardiologie Nuklearmedizin Hypertonie Endokrinologie Lipidologie

Myokard-Perfusions-Szintigraphie

IMG 4892Die Myokard-Perfusions-Szintigraphie stellt ein kostengünstiges und risikoarmes, etabliertes Verfahren zum Nachweis oder zum Ausschluss von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels dar. Sie unterscheidet sich daher von der invasiven Herzkatheter-Untersuchung und der koronaren Angiographie mittels CT, deren Ziel es ist, krankhafte Veränderungen der Herzkranzgefäße (Verengungen durch eine koronare Herzerkrankung) darzustellen. Eine Aussage über das krankheitsbedingte Risiko des Patienten ist durch eine reine Darstellung der Gefäßverengung nicht sicher möglich. Diese Methoden zeigen nicht, ob bzw. in welchem Ausmaß die Durchblutung in dem von dem betroffenen Gefäß versorgten Herzmuskelbereich beeinträchtigt wird.

Durch die Bildgebung mittels der myokardialen Perfusions-Szintigraphie, kann die Ausprägung und Ausdehnung von belastungsinduzierten Durchblutungsstörungen (z.B. bedingt durch eine Verengung der Herzkranzgefäße bei KHK) sowie von Infarktnarben in der Muskulatur des linken Herzens beurteilt werden. Zusätzlich können Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, die durch krankhafte Veränderung der Mikrozirkulation verursacht werden (z.B. bei Diabetes mellitus) diagnostiziert werden. Diese Informationen sind von großem prognostischen Wert und entscheiden zusätzlich über die weitere Therapieplanung.

Liegt bei Ihnen ein unauffälliges Untersuchungsergebnis der Myokardszintigraphie vor, so ist das Risiko für ein kardiales Ereignis (Herztod oder nicht-tödlicher Herzinfarkt) mit dem der Normalbevölkerung vergleichbar. Bei einem pathologischen Resultat liegt das Risiko deutlich höher.
Navare SM, J Nucl Cardiol 2004;11:551-61

In einer Studie mit mehr als 10.000 Patienten konnte weiterhin gezeigt werden, dass bei nur einem geringen Ausmaß einer belastungsinduzierten Durchblutungsstörung < 10 Prozent, der Patient eher von einer Intensivierung der konservativen Therapie (Optimierung der medikamentösen Therapie und Vermeidung von Risikofaktoren) profitiert. Patienten, bei denen ein größerer Anteil des Herzmuskels betroffen ist, profitieren zunehmend von einer invasiven Behandlung (Aufdehnung der Verengung mittels eines Herzkatheders und Einsatz eines „Stents"). Hachamovitch R et al. Circulation 2003; 107: 2900 – 2907

 

IMG 4211Indikationen für die Myokard-Perfusions-Szintigraphie:

  • Primärdiagnostik einer KHK (bei einem hohen Risikoprofil, nicht ausreichender Belastbarkeit oder einem fraglich pathologischen Befund im bzw. weitere Auffälligkeiten im Belastungs-EKG)
  • Einschätzung des kardialen Risikos (vor Operationen mit einem mittleren kardialen Risiko bzw. Gefäßoperationen, nach einem Herzinfarkt und bei einer vorbekannten KHK)
  • Ischämienachweis bei einer KHK (Relevanz einer Verengung der HKG, Identifikation der führenden Verengung bei einer Mehrgefäßerkrankung)
  • Beurteilung der Herzmuskeldurchblutung nach einer Erweiterung der HKG im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung und nach Bypass-OP

Weitere Indikationen und Informationen siehe auch in der Leitlinie: Myokard- Perfusions-Szintigraphie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin

Die Bildgebung erfolgt in 3-dimensionaler Schnittbildtechnik als SPECT (Single-Photonen-Emissions-Computer-Tomographie) mit einer rotierenden Doppelkopf-Gammakamera.

 

Untersuchungsablauf

Myokard-Perfusions-SzintigraphieDie Untersuchung der Herzmuskeldurchblutung erfolgt in der Regel sowohl unter Ruhebedingungen, als auch unter körperlicher oder einer medikamentösen Belastung.
Die medikamentöse Belastung wird bei Patienten durchgeführt, bei denen eine körperliche Belastung nicht möglich ist (z.B. bei orthopädischen Problemen), eine Ausbelastung nicht erreicht werden kann (schlechte körperliche Verfassung, z.B. durch eine weitere Erkrankung) und bei einem Linksschenkelblock im EKG.

Optimalerweise erfolgt die Untersuchung an zwei Tagen. In Ausnahmefällen kann auch ein Eintageprotokoll angewendet werden und bei unauffälligen Belastungsuntersuchungen ggf. die Ruheuntersuchung entfallen.

Am Untersuchungstag erfolgt die Injektion einer kleinen Menge einer radioaktiv markierten Substanz, entweder zunächst in der Ausbelastungssituation oder in Ruhe. Nach einer Wartezeit von 10-60 min (individuell verschieden) erfolgen im Anschluss die Aufnahmen mit der Gammakamera (SPECT-Aufnahmen) im Liegen. Die Aufnahmedauer beträgt ca. 20 Minuten. Hierbei rotieren zwei Detektoren im 90-Grad-Winkel um Ihren Oberkörper (keine „Röhre"!).

 

Untersuchungsvorbereitung:

Um eine bestmögliche Aufnahme des injizierten Radiotracers in den Herzmuskel und somit eine gut beurteilbare Untersuchung zu erreichen, sollten folgende vorbereitenden Maßnahmen beachtet werden.

  • Eine mindestens vier stündige Nahrungskarenz vor der Untersuchung (Diabetiker dürfen ein leichtes Frühstück zu sich nehmen)
  • Nach der Injektion des Radiotracers sollten Sie etwas fetthaltiges essen (Käse- oder Wurstsemmel; bitte mitbringen), reichlich trinken (möglichst keine kohlensäurehaltigen Getränke) und sich bewegen (herumgehen).
  • Da möglicherweise eine medikamentöse Belastung durchgeführt wird, bitten wir Sie, zusätzlich zwölf Stunden vor der Belastungsuntersuchung keine koffeinhaltigen Speisen oder Getränke (Kaffee, Cola, schwarzer Tee, Schokolade, ...) zu sich zu nehmen. Auch die Einnahme koffeinhaltiger oder theophyllinhaltiger Medikamente sollte für 24 h pausiert werden.
  • Nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt sollten folgende Medikament absetzt werden:
    • Nitrate (z.B. Isoket, Ismo) > 12 h
    • Calciumantagonisten >1 Tag
    • Betablocker > 2 Tage
    • Digitalis, Diuretika und Antiarrhythmika können eingenommen werden

Bitte vergessen Sie nicht sich zur Belastungsuntersuchung bequeme Bekleidung mitzubringen.

Bitte denken Sie daran, dass wir für die Untersuchung einen aktuellen Überweisungsschein brauchen, falls Sie gesetzlich versichert sind.

 

Kontakt

PRAXIS ALTER HOF MÜNCHEN
Dienerstraße 12 · 80331 München
Tel. 089 2166918 - 0
info@praxis-alter-hof.de

Ihr Weg in die Praxis

googlemaos 

TÜV Zertifizierung

91 ISO9001 rgb 120